Stampflehm

Stampflehm ist eine erdfeuchte Mischung aus Ton, Silt, Sand und Kies, die Schicht um Schicht und ohne weitere Zuschlagstoffe in eine Schalung gestampft wird und nach direktem Ausschalen an der Luft austrocknet.

ENTSTEHUNG: Lehm ist eine Mischung aus Ton, Sand, Silt (sehr feiner Sand) und unter Umständen Steinen, die vor allem durch Verwitterung, Erosion und Sedimantation von Gestein enstanden ist. Lehm ist dadurch fast überall auf der Welt in verschiedenen Farben und Zusammensetzungen verfügbar.

GESCHICHTE: Lehm ist neben Holz und Steinen einer der ältesten Baustoffe der Menschheit. Noch heute leben über ein Drittel der Erdbevölkerung in Gebäuden die teilweise oder ganz aus Lehm, mittels verschiedensten Techniken gebaut wurden. Auch in Mitteleuropa bestehen noch Jahrhunderte alte Gebäude aus Lehm, wobei der Baustoff hier meist von ärmeren Gesellschaften genutzt und mit dem Aufkommen von Zement fast ganz vom Beton verdrängt wurde.

Photos: Philip Heckhausen

Verarbeitung: Stampflehm

HERSTELLUNG: Lehm wird mit Kies und Wasser zu einer erdfeuchten Masse aufbereitet. Anschliessend werden Schicht für Schicht je ca. 12-17cm in eine Schalung (vgl. Betonschalung) geschüttet und per Handstmpfern oder mittels pneumatischen Stampfern bzw. Rüttelplatte verdichtet. Nach einer Trocknung von 12-24 Stunden kann die Schalung entfernt werden und das Material vollständig austrocknen. Bauteile können vorgefertigt oder vor Ort entstehen.

EIGENSCHAFT:
– Einsetzbar als Innen und/oder Aussenwand und als Boden im Innenbereich
– Eigene Ästhetik und Haptik in verschiedenen Tönen
– Natürlicher ökologischer Binder – Geringer grauer Energiebedarf
– Vollkommen rezyklierbar – Direkt wiederverwendbar
– Natürlicher Baustoff – Chemie- oder Zuschlagsstofffrei
– Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit – Angenehmes Raumklima
– Ausgangsprodukt kostengünstig, jedoch noch zeitintensive Verarbeitung
– Hohe Dichte und damit Masse – Potenzielle Speicherfähigkeit